Kapitel 3

Der gestrige Tag in und um Sturmwind war unspektakulär aber dennoch ereignisreich verlaufen. So hatte Baphomet die erste Zeit damit verbracht sich einen Unterschlupf zu suchen. Dabei war ihm die Tatsache zu Gute gekommen das er sich an ein altes, heruntergekommenes und leerstehendes Haus mit einem sehr versteckten Eingang im Magieviertel der Stadt erinnerte. Heruntergekommen und leerstehend zumindest in der Stadt die er als Sturmwind kannte. Hier in diesem Sturmwind konnte das natürlich gänzlich anders sein. Er war eine Weile durch das Magieviertel, welches der mit Abstand ruhigste von allen Stadteilen war, geschlendert mit der Absicht festzustellen ob das besagte Haus auch im Hier und Jetzt als Unterschlupf zu dienen vermochte. Vorsichtig hatte er sich immer näher an sein Ziel herangearbeitet. Es war jetzt nicht mehr weit. Die enge Gasse, kaum breiter als ein Kräftiger Mann, welche eigentlich immer im Schatten eines benachbarten hohen Gebäudes lag war nur noch wenige Schritte entfernt. Noch einmal schaute er sich unauffällig um und war im nächsten Moment in dem Schmalen Spalt, der die Bezeichnung Gasse eigentlich nicht verdiente, verschwunden.

Ein Lächeln huschte über Baphomets Gesicht als er die leicht schief im Rahmen hängende Türe sah. Es schien als sei das Glück ihm hold und auch hier war dieses Haus schon verlassen. Er gab der Tür einen Stoß. Staub rieselte herab und sie schwang mit einem protestierenden quietschen der Scharniere nach innen auf. Sein Blick fiel in einen dunklen Raum, den scheinbar seit langer Zeit niemand mehr betreten hatte. Er hob seine rechte Hand und drehte die Handfläche nach oben. Aus dem nichts erschien ein leuchtender Orb, der knapp über der Hand des Hexenmeisters schwebte, und den Raum in ein gespenstisches grünes Licht tauchte. Um es hier einigermaßen wohnlich zu machen würde es einigen Aufwand benötigen sprach er in seinen Gedanken mit sich selbst, als er sich durch die Räume bewegte und seinen Blick umherwandern ließ. Aber die Gewissheit das er diesen Aufwand nicht selbst betreiben würde müssen, huschte ein weiteres Lächeln über sein Gesicht. Im nächsten Moment führte er mit seiner linken Hand seltsam anmutende Bewegungen durch und flüsterte dabei, für das ungeschulte Ohr, unverständliche Worte. Einige lila Funken lösten sich aus der Hand, welche immer noch die seltsam rhythmischen Bewegungen ausführte, und sammelten sich in ca. zwei Metern Entfernung kurz über dem Boden. Abrupt stoppte er die Handbewegung als sich die Funken zu einem leuchtenden Ball vereinigt hatten. Mit einem kurzen Aufblitzen verschwand der leuchtende Ball und an seiner Stelle stand nun die kleine, teuflisch aussehende Gestalt eines Wichtels. „Bring dieses Chaos hier drin in Ordnung“ herrschte er den Wichtel an, welcher sich nach einer untertänigen Geste auch sofort an die Arbeit machte. „Wenn ich zurück bin dann…“ Baphomet unterbrach sich selbst. Er spürte das jemand den er kannte in die Stadt gekommen war. Ohne zu zögern oder dem Wichtel weiter Beachtung zu schenken machte er sich auf den Weg in den Straßen und Gassen von Sturmwind nach seinem Freund zu suchen.

Aradrion war, immer noch beeindruckt von den Geschehnissen und dem unzerstörten Sturmwind, durch die Straßen der Stadt geschlendert und nun auf dem großen Platz vor der Kathedrale angekommen. In Mitten all der anderen Bürger bestaunte der Nachtelf die prunkvolle Fassade des heiligen Bauwerks als sich eine Hand auf seine Schulter legte. Er fuhr herum bereit es mit jedem und allem aufzunehmen. Doch dann schaute er in das vertraute Gesicht von Baphomet. Nach einem Augenblick der Starre umarmten sich die Freunde, beide glücklich ein bekanntes Gesicht zu sehen. „Was ist hier los?“ brach es aus Aradrion heraus. „Das kann ich dir nicht sagen mein Freund.“ „Aber wie es scheint haben wir eine zweite Chance erhalten“ „Wer ist noch hier?“ „Wo sind die Anderen?“ fragte Aradrion. „Du bist der erste den ich gefunden habe Aradrion“ „Aber ich weiß dass die anderen auch hier sind.“ „Wir müssen Sie nur finden, und zum Glück bist du nun da um mir dabei zu helfen“

Sich aufgeregt unterhaltend gingen die beiden Freunde zu dem versteckten Haus das Baphomet als Unterschlupf ausgewählt hatte. Der Wichtel hatte bereits ganze Arbeit geleistet als die beiden dort eintrafen und dem heruntergekommenen Haus im inneren eine wohnliche Atmosphäre verpasst. Nachdem Sie noch eine Weile über das geschehene gesprochen und sich gestärkt hatten, sagte Baphomet schließlich. „Ich möchte dass du die Gebiete um Sturmwind durchstreifst und nach unseren Freunden und Kameraden Ausschau hältst.“ Aradrion nickte zustimmend „Ich wüsste nicht wer das besser und unauffälliger bewerkstelligen könnte als du mein Freund“ „Alle die du findest schicke hier her,“ „Ich werde von hier aus alles in meiner Macht stehende tun um unsere Leute aufzuspüren“ „Nichts lieber als das“ entgegnete Aradrion als er sich erhob und Richtung Tür ging. „Wenn einige von Ihnen in der Nähe sind werde ich Sie finden“ Mit diesen Worten verschwand der Druide aus der Türe.

Nachdem er noch eine Weile durch Sturmwind geschlendert, aber niemanden gefunden hatte den er kannte, war Aradrion durch das mächtige Stadttor, von dem er immer gedacht hatte dass es jedem Angriff standhalten würde, in den Wald von Elwynn gegangen. Es dämmerte bereits und als er die unmittelbare Sichtweite der Wachen verlassen hatte verließ er den Weg Richtung Goldhain um im Gebüsch zu verschwinden. Nur Sekunden später blinzelten die scharfen Augen einer dunklen großen Säbelzahnkatze durch die die Dämmerung. Auf seinem Weg schweifte er immer wieder weit vom Weg ab um ein möglichst großes Gebiet abzudecken. Verlor dabei nie sein Ziel, den kleinen Ort Goldhain, aus den Augen, den er dann auch bei Einbruch der Dunkelheit erreichte. Es war schon ruhig geworden in dem kleinen Ort mitten im Wald von Elwynn. Nur aus dem Gasthaus drangen noch gedämpfte Stimmen und das Klirren der Gläser nach Draußen. Die in der Dunkelheit noch bedrohlicher wirkende Silhouette der großen Katze, deren Gestallt Aradrion angenommen hatte, bewegte sich lautlos in die Nähe Gasthaustür. Dann verwandelte er sich zurück. Er musste nur noch um die Hausecke biegen, dann würde er direkt im Eingang des Gasthauses stehen.

Kaum war er um die Ecke gebogen stieß er mit einer Person zusammen die im Begriff war das Gasthaus zu verlassen. Er wollte schon einen Fluch zum Besten geben als er in das Gesicht einer Nachtelfe sah, das er nur zu gut kannte. Es war das Gesicht von Ellyzsra der Priesterin. Sich gegenüberstehend sahen sie sich an ohne ein Wort zu sagen. Aber das war auch nicht nötig. Nach diesem kurzen Moment des Wiedersehens umarmten sie sich und betraten dann das Gasthaus. Sie unterhielten sich noch lange über die Dinge die geschehen waren und Aradrion erzählte ihr von Baphomet, der in Sturmwind einen ersten Unterschlupf eingerichtet hatte. Bei Tagesanbruch würde Ellyzsra nach Sturmwind aufbrechen und Aradrion würde sich zum Dämmerwald aufmachen. In der Zeit in der er sich mit Ellyzsra unterhalten hatte war diese Entscheidung in ihm hochgekommen. Wobei er daran zweifelte, dass es wirklich seine eigene Entscheidung war. Aber er würde diesem Ruf folgen.

— Uriens
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